Das Wagner-Jahr ist geschafft, der sinfonische Brahms-Zyklus ebenfalls, die Geburtstagsehrungen für Richard den Zweiten (Strauss) sind „in progress“. In der nächsten Saison zieht es die Sächsische Staatskapelle programmatisch nach Osten.
Alexander Keuk
Sechs Opernpremieren, zwei Kammeroper-Premieren, zwei neue Ballettabende und eine Kinderoper – die Sächsische Staatsoper Dresden hat das Saisonprogramm für 2014/2015 vorgestellt. 2014 wird dabei vom Jubilar Richard Strauss bestimmt. Im Jahr 2015 feiert man „30 Jahre dritte Semperoper“ mit Carl Maria von Webers »Freischütz«.
Im Konzert der Dresdner Philharmonie am Wochenende wird alles verdoppelt – im Albertinum kann man gleich zwei Klavierkonzerten lauschen: Richard Strauss‘ „Burleske“ ist des Komponisten einziger Beitrag zur Gattung und wird nur selten aufgeführt! Dazu gibt es zweimal Ravel, den „Till Eulenspiegel“ und zwei spannende Künstler, die sich schon jetzt per Twitter aus Dresden melden!
25 Jahre nach dem Berliner Mauerfall greift der Verein „KlangNetz Dresden“ das historische Ereignis auf und blickt in der neuen Konzertreihe „Einstürzende Mauern“ zurück auf beide Seiten der Mauer zu Zeiten des Kalten Krieges – das Auftaktkonzert des Ensembles „AuditivVokal Dresden“ am 27. Februar wird dabei sogleich die Perspektiven auf die EU-Grenzen und arabische Länder ausweiten.
105 Jahre nach der Uraufführung, im Jahr von Strauss‘ 150. Geburtstag und fünf Jahre nach dem letzten Vorhang der Inszenierung von Ruth Berghaus hat Dresden eine neue »Elektra«. Sie geriet zum Triumph für die Sopranistin Evelyn Herlitzius und für die Sächsische Staatskapelle unter Leitung von Christian Thielemann.
Zu Benjamin Brittens 100. Geburtstag ist eine Aufführung seines großen »War Requiems« ein Pflichttermin. Die Symbolkraft des Werkes an einem Ort der Versöhnung, die Protagonisten der Uraufführung und ein junger charismatischer Dirigent sorgten für ein nachdrückliches Konzerterlebnis.
Nach 13 Tagen voller Konzerten, musikalischen Streifzügen nach China und Aserbaidschan und einer umfangreichen Würdigung des Komponisten John Cage gingen das „Tonlagen“-Festival in Hellerau zu Ende. Der letzte Abend gehörte – wie schon in vergangenen Jahren – den Clubgängern.
Da war Ausdauer und Neugier gefragt: 48 Stunden lang bespielten Musiker am Wochenende das Festspielhaus Hellerau zu Ehren von John Cages 100. Geburtstag. Von „4’33“ in einer großen Orchesterfassung über einen Pilzspaziergang bis hin zur Verfolgung eines flüchtenden Streichquartettes war vieles möglich und vertreten.
Mit einem Musiktheater-Abend namens „Fernorchester“ von Hannes Seidl / Daniel Kötter wurden am Dienstag die „Tonlagen“ im Festspielhaus Hellerau eröffnet. Das Stück über die Entstehung eines Stückes ließ viele Zuhörer in seinem langatmigen Diskurs samt der demonstrierten Abwesenheit von Musik ratlos zurück.